i Frauenmanteltee Ratgeber

Frauenmantelkraut

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Frauenmantel ist ein seit Jahrhunderten bewährtes Mittel aus der Natur. Vor allem in der Pflanzenheilkunde und der Alternativmedizin kommt diese Pflanze noch heute zum Einsatz.

Unsere ersten europäischen Zeugnisse der Verwendung dieses Krautes als Heilpflanze finden wir in Aufzeichnungen aus dem 15. Jahrhundert.

Beheimatetet ist der Frauenmantel auf der ganzen Nordhalbkugel, dort vor allem in höheren Lagen Europas, aber auch in Asien und Afrika.

In diesem Beitrag informieren wir über die Pflanze, aus der der bekannte Frauenmanteltee hergestellt wird.

Was ist Frauenmantelkraut?

Als Frauenmantelkraut wird der obere, überirdisch wachsende Teil des Frauenmantels bezeichnet (also Blätter, Blüten und Stengel).

Frauenmantel ist eine Gattung in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und heißt mit lateinischem Namen Alchemilla.

Die Pflanze ist im Volksmund auch unter einer Reihe anderer Namen bekannt, etwa Frauenhilf, Marienmantel, Liebfrauenmantel oder Tränenschön.

Es gibt diverse Untergattungen. Insgesamt sind etwa 1000 Arten bekannt, rund 300 davon sind in Europa beheimatet.

Einige Arten werden auch als Futterpflanze in der Tierzucht verwendet, wieder andere als Zierpflanze in Gärten angepflanzt.

Frauenmantel ist eine krautige, fast strauchartige Pflanze mit nierenförmigen, gelappten Blättern. Je nach Art können die Blätter auch rundlicher ausfallen.

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Frauenmantel ist eine krautige und fast strauchartige Pflanze mit grünlich-gelbe Blüten.

An den Blattzipfeln gibt es Wasserspalten, durch die unter bestimmten Bedingungen Wasser ausgeschieden wird, das in Tropfen auf der Blattoberfläche zurückbleibt.

Oft sind die Blätter behaart. Im Juni und Juli sowie in einer kurzen Nachblüte im September zeigt der Frauenmantel kleine, grünlich-gelbe Blüten.

Der Frauenmantel pflanzt sich ungeschlechtlich fort.


Die Wirkung von Frauenmantelkraut

Der deutsche Name scheint schon darauf hinzuweisen, dass die Pflanze in der Frauenheilkunde eingesetzt wird. Dass er wirklich daher stammt, ist jedoch zu bezweifeln.

Viel wahrscheinlicher geht er darauf zurück, dass die leicht gekräuselten, gefalteten Blätter an einen Frauenmantel erinnern, genauer: an den Mantel der Jungfrau Maria auf mittelalterlichen Mariendarstellungen.

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Frauenmantel war eine bedeutende Alchemisten-Pflanze.

Im Mittelalter war der Frauenmantel zudem eine bedeutende Alchemisten-Pflanze. Daher stammt der Name "Alchemilla". Die Verwendung von Frauenmantel in der Alchemie hängt mit dem Wasser aus, das die Pflanze durch die Blattporen „ausschwitzt“.

Diese so genannten Guttationstropfen dienen eigentlich dazu, dass die Pflanze sich weiter über die Wurzeln mit Nährstoffen versorgen kann, auch wenn sie in dem Moment keine Wasserversorgung mehr benötigt.

Den Alchimisten galt dieses Wasser als besonders rein – es wurde daher als ein Instrument verwendet, um Gold herzustellen.

Tatsächlich hat der Frauenmantel sehr viele positive und heilende Wirkungen; zur Goldmanufaktur taugt sie jedoch leider nicht. Dafür enthält sie unter anderem Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine, Phytosterine und Glycoside.

Darauf sind die folgenden Wirkungen der Pflanze zurückzuführen:

  • antiseptisch (gegen Entzündungen),
  • schmerzstillend,
  • krampflösend,
  • antibakteriell,
  • beruhigend,
  • hilfreich gegen leichte Durchfälle.

Darüber hinaus kommt Frauenmantel jedoch auch der Frauenheilkunde zur Anwendung. Der Grund ist ein im Frauenmantel enthaltener Stoff, der dem menschlichen Hormon Progesteron sehr ähnlich ist.

Bei Frauen kommt der Frauenmantel insbesondere in der Schwangerschaft zur Geburtsvorbereitung, bei Regelschmerzen, Problemen mit dem Zyklus und Wechseljahresbeschwerden zum Einsatz.

Mehr dazu lesen Sie natürlich auch hier auf unseren Informationsseiten.

Jede Menge gute Gründe also, den Frauenmanteltee auf die Liste der hilfreichen Kräuteraufgüsse zu nehmen – und am besten immer griffbereit zu haben.


Von Frauenmantelkraut zur Frauenmanteltee

Der Weg vom Frauenmantelkraut zum Frauenmanteltee ist eigentlich ganz einfach. Wie auch bei den meisten anderen Kräuteraufgüssen wird der Tee gewonnen, indem die Pflanze gesammelt und dann entweder getrocknet oder frisch mit heißem Wasser übergossen wird.

Frauenmanteltee selber herstellen

Wer Frauenmanteltee selber herstellen möchte, muss das frische Kraut pflücken. Das setzt normalerweise voraus, dass man in einer Region wohnt, in der Frauenmantel natürlich vorkommt.

Zu finden ist Frauenmantel vor allem an Waldrändern, auf Wiesen und Weiden und generell an feuchten und nährstoffreichen Standorten.

Wer bei sich in der Nähe keinen wildwachsenden Frauenmantel findet, kann die Pflanze auch im heimischen Garten anpflanzen und den Frauenmanteltee daraus herstellen.

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In den Gartenpflanzen ist der Wirkstoffgehalt allerdings weniger hoch, darum sollte nach Möglichkeit wilder Frauenmantel genutzt werden. Für den Frauenmantelkraut-Tee können theoretisch sowohl die Wurzeln der Pflanze als auch die Blätter verwendet werden.

Empfehlenswert ist jedoch das Sammeln der Blätter. Das ist zum einen einfacher und bequemer, zum anderen können die Pflanzen diesen „Schaden“ normalerweise recht leicht wieder ausgleichen. Das Entfernen der Wurzel hingegen tötet die Pflanze ab.

Um den Frauenmanteltee selbst zu machen, genügt es, die Blätter frisch zu pflücken.

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Die Pflanze hat nierenförmigen und gelappten Blättern.

Dies sollte während der Blütezeit zwischen Mai und August geschehen. Wer eine „frische Quelle“ für Frauenmantelkraut-Tee vor der Haustür hat, sollte bevorzugt frischen Aufguss nutzen und nur so viele Blätter pflücken, wie aktuell benötigt.

Gesammelt werden sollte am besten nach zwei sonnenreichen Tagen an einem möglichst regenfreien Vormittag – dann ist die Wirkung des Frauenmantels am intensivsten, der Geschmack aromatisch und noch frischer.

Zum Ernten werden die Stiele unterhalb der Blätter mit einem Messer sauber durchtrennt.

In der kalten Jahreszeit findet man freilich keinen frischen Frauenmantel. Daher sollte ab August damit begonnen werden, Blätter zum Trocknen zu sammeln, um gut über den Winter zu kommen.

Dazu muss das Kraut freilich fachgerecht getrocknet werden.

Hier bieten sich in der Regel die folgenden Möglichkeiten:

  • an der Luft: Blätter zu einem Bund binden und an einem trockenen, warmen Ort (nicht über 35°C, keine direkte Sonneneinstrahlung) aufhängen – die Dauer des Trocknungsprozesses ist abhängig vom Trocknungsort und kann mehrere Tage dauern.
  • im Backofen: bei niedrigster Gradzahl und leicht geöffneter Backofentür ca. 3 Stunden trocknen; dabei gehen jedoch immer auch Inhaltsstoffe verloren, Lufttrocknung ist daher unbedingt vorzuziehen.
  • Wenn ein Dörrautomat vorhanden ist, kann auch dieser zum Trocknen der Blätter verwendet werden.

Am besten wird das Ergebnis, wenn die Trocknung möglichst schonend ist. Dafür ist aber auch eine schonende Vorbereitung der Blätter wichtig. Wenn möglich sollten diese vorher nicht gewaschen werden, da anderenfalls Aromastoffe verlorengehen können.

Die Blätter müssen unbedingt im Ganzen und unbeschädigt getrocknet werden. Verändern die Blätter beim Trocknen stark ihre Farbe ist das ein schlechtes Zeichen: In der Regel war die Hitze dann zu groß. Die Wirksamkeit und auch das Aroma gehen dann verloren.

Sind die Blätter trocken, können sie zerkleinert und in einem handelsüblichen Teegefäß – am besten dunkel – aufbewahrt werden. Der Frauenmantelkraut-Tee ist nun mindestens ein Jahr haltbar.

Für die Zubereitung können zwei bis drei Teelöffel mit 250 ml Wasser übergossen werden. Nach 10 bis 15 Minuten ist der Tee fertig. Und übrigens: Auch wenn es sich um einen Heiltee handelt: Er schmeckt ausgesprochen aromatisch und lecker!

Frauenmanteltee kaufen

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Frauenmanteltee kann man in Drogeriemärkten, Apotheken, Bioläden und Reformhäusern kaufen.

Natürlich kann man seinen Frauenmanteltee auch kaufen. Es gibt ihn lose oder im Beutel in Drogeriemärkten, Apotheken, teilweise auch in Reformhäusern und Bioläden.

Beim Kauf des Frauenmanteltees sollte man auf gute Qualität achten: Nur, wenn die Tees hochwertig produziert und verpackt sind, bleiben auch die wirksamen Inhaltsstoffe erhalten.

Auch online ist Frauenmantelkraut-Tee erhältlich.

Die Online-Recherche bietet im Zweifel eine höhere Vergleichbarkeit und den Rückgriff auf Rezensionen anderer Nutzer; zudem sind hochwertige Produkte online oft günstiger verfügbar als beispielsweise über eine Apotheke vor Ort.


Anwendung von Frauenmantel

Vielen Frauenmantelkraut heute primär in Form eines Tees bekannt, der bei verschiedenen Frauenleiden sowie in der Schwangerschaft, bei Kinderwunsch oder in den Wechseljahren zum Einsatz kommt.

Das ursprüngliche Anwendungsgebiet ist jedoch durchaus breiter – und neben dem Frauenmanteltee kommen auch andere Darreichungsformen zum Einsatz.

Mehr zu den Anwendungsgebieten lesen Sie in dem Beitrag “Frauenmanteltee und seine Wirkung, Anwendung, Erfahrungen und Studien” auf diesen Seiten.

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